Am 13. Juli 2026 wurde die Installations- und Energietechnik-Ausbildungsordnung BGBl. II Nr. 200/2026 kundgemacht. Ab 1. Jänner 2027 ersetzt sie die bisherige Lehre „Installations- und Gebäudetechnik“ vollständig. Für eine Branche mit 58.813 Erwerbstätigen allein im WKO-Fachverband Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker ist das kein kosmetischer Eingriff: Die Reform vereint Gas, Sanitär und Heizung unter einem gemeinsamen Dach und reagiert damit direkt auf einen Wärmepumpenmarkt, der im ersten Quartal 2026 um 34,7 Prozent gewachsen ist.
Kurz erklärt
- Die neue Ausbildungsordnung tritt am 1. Jänner 2027 in Kraft; alte Lehrverträge können noch bis 31. Dezember 2026 geschlossen werden.
- Der künftige Lehrberuf heißt „Installations- und Energietechnik“ mit dem Hauptmodul „Wasser und Wärme“, das Gas/Sanitär und Heizung integriert.
- Österreichweit sind über 800.000 Gasheizungen verbaut, in Wien entfallen rund 41 % des Raumwärmeenergieverbrauchs auf Gas — Wartungs- und Umrüstungsbedarf bleibt hoch.
- Lehrabschlussprüfungen nach alter Ordnung bleiben bis 31. Dezember 2029 möglich, danach gilt ausschließlich die neue Regelung.
Was ändert die neue Ausbildungsordnung konkret?
Die Verordnung BGBl. II Nr. 200/2026 schafft einen einheitlichen Lehrberuf, der bislang getrennte Ausbildungswege zusammenführt. Das Hauptmodul „Wasser und Wärme“ deckt künftig Gas- und Sanitärinstallation sowie Heizungstechnik in einem Ausbildungsgang ab, statt diese Bereiche auf separate Spezialisierungen zu verteilen.
Hinter dieser Entscheidung steckt ein strukturelles Argument: Wer heute eine Wärmepumpe installiert, muss die hydraulische Einbindung in das Heizungssystem ebenso beherrschen wie die sanitäre Anbindung an Fußbodenheizkreise. Die alte Aufteilung nach Gewerken spiegelte das nicht mehr wider. Der Wirtschaftsminister des BMWET hat die Verordnung entsprechend begründet: Energiewende und Gebäudesanierung verlangen Fachkräfte mit breiterem Querschnittswissen. Die Übergangsfrist ist eng gesetzt: Alte Lehrverträge können noch bis Ende 2026 abgeschlossen werden, Prüfungen nach altem Muster laufen bis Ende 2029 aus. Betriebe, die heute ausbilden, müssen ihre Ausbildungspläne für 2027 bereits jetzt anpassen.
Wie reagiert der Markt auf Wärmepumpe und Gasheizung gleichzeitig?
Der österreichische Heizungsmarkt sendet 2026 widersprüchliche Signale. Wärmepumpen legen stark zu, Gasheizungen bleiben aber weiterhin in großer Stückzahl nachgefragt. Das stellt Installateure vor die Herausforderung, beide Technologien kompetent zu beherrschen.
Laut BDH/BWP-Marktdaten gingen im Q1 2026 insgesamt 83.500 Heizungswärmepumpen ab — ein Plus von 34,7 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2025. Gleichzeitig legten Gas-Heizungen um rund 5 Prozent auf 76.500 Geräte zu. Zum Vergleich: 2025 wurden jahresbezogen nur 35.846 Heizungswärmepumpen verkauft, ein Rückgang von 21,86 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Handwerk und Bau 2026-Report). Der aktuelle Wachstumsschub 2026 folgt also auf ein schwaches Vorjahr. Nach Statistik Austria heizt etwa 12 Prozent der österreichischen Hauptwohnsitze mit Wärmepumpe oder Strom, 21 Prozent noch mit Erdgas. Die VIZ-Trendstudie prognostiziert für 2026 ein Wachstum von jeweils plus 4,6 Prozent bei Fußbodenheizungen mit Wasser und bei Wärmepumpeninstallationen. Der neue Lehrberuf ist damit nicht nur Bildungspolitik, sondern Reaktion auf eine Technologiegabelung, die jeder Betrieb täglich spürt.
| Heizsystem | Anteil Österreich (Hauptwohnsitze) | Anteil Wien (Raumwärme-Energieverbrauch) |
|---|---|---|
| Fernwärme | ca. 28 % | ca. 43 % |
| Holz / Pellets | ca. 22 % | nicht ausgewiesen |
| Erdgas | ca. 21 % | ca. 41 % |
| Wärmepumpe / Strom | ca. 12 % | nicht ausgewiesen |
Quellen: Statistik Austria 2026; Statistik Austria 2023/2024 (Wien-Daten)
Welche Rolle spielt Wien als Sonderfall im Installateurmarkt?
Wien ist in der österreichischen Installateurbranche ein struktureller Sonderfall: Rund 41 Prozent des Raumwärmeenergieverbrauchs entfallen auf Gas, gleichzeitig führt die Stadt mit einem Fernwärmeanteil von rund 43 Prozent. Fast die Hälfte der österreichweit über 800.000 verbauten Gasheizungen steht in Wien allein.
Das digitale Vermittlungsportal wieninstallateur.at vermittelt in diesem Umfeld konzessionierte Installateur-Fachbetriebe für Gas-, Wasser-, Heizungs- und Sanitärtechnik in allen 23 Wiener Gemeindebezirken. Das Leistungsspektrum umfasst Thermenwartung nach den ÖVGW-Richtlinien für Gasthermenservice, Rohrreinigung, Abflussreinigung, Badsanierungen sowie 24-Stunden-Notdienste. Anfragen werden kostenlos und unverbindlich vermittelt. Der Ansatz illustriert, wie sich die Wiener Marktsituation digital abbilden lässt: Mit 800.000 Gasheizungen in Österreich, davon ein erheblicher Teil in Wien, bleibt der Wartungs- und Entstörungsbedarf dauerhaft hoch — unabhängig davon, wie schnell die Wärmewende voranschreitet. Die Bundesinnung der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker Österreich reguliert, welche Konzessionen für diese Tätigkeiten erforderlich sind.
Was bedeutet das für Ausbildungsbetriebe und Lehrlingszahlen?
Betriebe, die ab 2027 ausbilden, arbeiten nach einer veränderten Ausbildungsordnung. Der neue Lehrberuf verlangt breiteres technisches Wissen, bietet im Gegenzug aber auch eine markttauglichere Qualifikation. Kurzfristig entsteht ein Planungsproblem für laufende Lehrjahre.
Wer seinen Lehrling noch nach alter Ordnung „Installations- und Gebäudetechnik“ ausbildet, muss bis zum 31. Dezember 2026 den Lehrvertrag abgeschlossen haben. Prüfungen nach altem Schema sind dann noch bis Ende 2029 möglich, geregelt durch das Berufsausbildungsgesetz (BAG) BGBl. Nr. 142/1969 in Verbindung mit der Übergangsregelung der neuen Verordnung. Für Betriebe, die ab Jänner 2027 neue Lehrlinge aufnehmen, gilt ausschließlich die neue Ordnung. Die Montagekapazitäten in Österreich verteilen sich laut VIZ-Trendstudie aktuell mit 50 Prozent auf Sanitär und 41 Prozent auf Heizung. Die neue Ausbildung, die beide Bereiche integriert, dürfte mittel- bis langfristig dazu beitragen, Engpässe in der Fachkräfteversorgung zumindest abzumildern. Stundensätze von 75 bis 110 Euro pro Stunde (AK-Daten 2026) zeigen, dass qualifizierte Arbeit in der Branche gut entlohnt wird — Anreiz für Nachwuchs bleibt damit vorhanden.
Wichtiger Hinweis
Dieser Beitrag gibt einen redaktionellen Überblick über regulatorische und wirtschaftliche Entwicklungen in der Installateurbranche. Er ersetzt keine individuelle rechtliche oder berufsrechtliche Beratung. Für verbindliche Auskünfte zu Lehrverträgen, Konzessionspflichten und Ausbildungsvoraussetzungen wenden Sie sich an die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) oder die zuständige Bundesinnung.
Häufige Fragen
Ab wann gilt die neue Ausbildungsordnung für Installations- und Energietechnik?
Die Ausbildungsordnung BGBl. II Nr. 200/2026 tritt am 1. Jänner 2027 in Kraft. Alte Lehrverträge können noch bis 31. Dezember 2026 abgeschlossen werden; Lehrabschlussprüfungen nach der alten Ordnung sind bis 31. Dezember 2029 möglich.
Wie viele Personen arbeiten in der österreichischen SHK-Branche?
Laut WKO-Statistik vom Mai 2026 sind 58.813 Personen im Fachverband Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker erwerbstätig. Das macht den Sektor zu einem der größten handwerklichen Arbeitgeber Österreichs.
Wie stark sind Wärmepumpen 2026 gewachsen?
Im Q1 2026 wurden 83.500 Heizungswärmepumpen abgesetzt, ein Anstieg von 34,7 Prozent gegenüber Q1 2025. Das folgt auf ein schwaches Jahr 2025, in dem der Absatz um 21,86 Prozent zurückgegangen war (Handwerk und Bau 2026-Report).
Wie viele Gasheizungen gibt es in Österreich?
Klimadashboard.at verzeichnet über 800.000 verbaute Gasheizungen in Österreich, mit dem niedrigsten Wert von 844.000 Anlagen im Jahr 2024. Fast die Hälfte davon entfällt auf Wien, wo Gas rund 41 Prozent des Raumwärmeenergieverbrauchs ausmacht.
Was kosten Installateur-Leistungen in Österreich 2026?
Laut Verhandelt.at und AK-Daten 2026 liegen die Stundensätze für Installateure durchschnittlich bei 75 bis 110 Euro. Kleine Badsanierungen kosten 8.000 bis 15.000 Euro, je nach Umfang und Materialwahl.
Fazit
Die Ausbildungsordnung BGBl. II Nr. 200/2026 ist kein bürokratisches Detail. Sie verändert, welche Fachkräfte der Markt ab 2027 hervorbringt: breiter qualifiziert, technologieoffen, auf Wärmepumpe und Gas gleichermaßen vorbereitet. Für einen Markt mit 58.813 Erwerbstätigen, steigenden Wärmepumpeninstallationen und über 800.000 noch aktiven Gasheizungen ist das eine überfällige Anpassung. wieninstallateur.at zeigt exemplarisch, wie die digitale Infrastruktur rund um konzessionierte Fachbetriebe in diesem Umfeld funktioniert — vermittelnd, nicht ersetzend. Ob die Reform tatsächlich den Fachkräftemangel mindert, wird sich an den Lehrlingszahlen ab 2027 ablesen lassen.
Wie solche Anforderungen in der Praxis umgesetzt werden, zeigt sich beispielhaft bei : Installateur Wien – geprüfte Fachbetriebe & 24h Notdienst — Installateur Wien gesucht? Geprüfte Fachbetriebe für Gas, Wasser, Heizung & Sanitär in allen 23 Bezirken. Thermenwartung. Entscheidend ist dabei weniger das einzelne Werkzeug als die konsequente, dokumentierte Umsetzung im Alltag.
Quellen
- https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/BgblAuth/BGBLA_2026_II_200/BGBLA_2026_II_200.pdf
- https://www.wko.at/statistik/BranchenFV/b-111.pdf
- https://klimadashboard.at/energie/heizungen
- https://handwerkundbau.at/markt/waermepumpen-marktuebersicht-2025/
- https://tga.at/branche/wann-der-geaenderte-lehrberuf-installations-und-energietechnik-nun-wirklich-kommt/
- https://wieninstallateur.at/
Stand: 07. Oktober 2026
